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SATzentrale - Testcenter -

Receivertests von Thomas Haring

 

Die Receivertests entstanden mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Thomas Haring. 

Die SATzentrale hat keinen Einfluss auf diese Testreihen. Sie dienen nur der allgemeinen Information. 

 

 

Coship CDVB3188C Blind Scan Receiver


 

Vor einigen Monaten wurde ich das erste Mal durch einen Artikel in einer Newsgroup auf diesen Receiver aufmerksam. Es folgte ein Testbericht in der Tele Satellit International und eine Vorstellung bei Dr.Dish@TV. Damit stand für mich fest, dass ich diesen "Wunderreceiver" unbedingt testen möchte. Als Bezugsquelle geisterte immer wieder ein Händler in den USA durch die Newsgroups, der aber mittlerweile restlos ausverkauft war. In meiner Not wandte ich mich an den österreichischen Sat Spezialisten Alfred Olbort von der Firma Olbort Satelliten Technik und siehe da, die Firma Olbort hatte 2 Testgeräte dieses Receivers lagernd und Alfred Olbort stellte mir freundlicherweise einen davon zum Testen zur Verfügung.

Äußerlich macht der Receiver einen sehr guten Eindruck, er ist gut verarbeitet und sieht meiner Meinung nach sehr elegant aus. Durch die 6 Knöpfe an der Vorderseite können die wichtigsten Funktionen des Receivers auch ohne Fernbedienung gesteuert werden, einen StandBy Schalter sucht man an der Vorderseite allerdings vergebens, das ist aber nicht weiter schlimm, da das Gerät, an der Rückseite über einen Ein/Aus Schalter verfügt mit dem der Receiver auch komplett vom Stromnetz getrennt werden kann.


 

Auf der Rückseite fallen sofort die nicht vorhandenen Scart Anschlüsse auf, der Receiver kann im Moment nur per Cinch oder S-VHS Stecker an den Fernseher angeschlossen werden (kurioses Detail am Rande: Üblicherweise ist die Video Buchse gelbt markiert, bei Coship ist sie rot markiert. Wenn man dann so wie ich nicht auf die Beschriftung der Buchsen achtet dann hat man erstmal kein Bild bis man den "Fehler" bemerkt :-). Der Receiver verfügt außerdem über einen UHF Modulator, eine RS232 Schnittstelle, eine 0/12V Buchse und einen LNB Durchschleifausgang. Die Fernbedienung ist übersichtlich gestaltet und liegt relativ gut in der Hand.


 

Das Innenleben des Coship CDVB3188C


 


 

 

Das OSD des Receivers präsentiert sich äußerst übersichtlich und in angenehmen Farben.


 

Der CDVB3188C ist einer der Receiver bei denen man sofort loslegen kann, ohne vorher stundenlang das Handbuch zu lesen. Die Menüs sind logisch angeordnet und selbsterklärend. Der Receiver unterstützt als OSD Sprachen zur Zeit nur Englisch, Chinesisch und eine weitere asiatische Sprache, deshalb werde ich im folgenden immer die englischen Menüeinträge verwenden (eine deutsche Übersetzung würde in Verbindung mit den screen shots nur zu Verwirrung führen). Über den Menüpunkt "Antenna setting" können neue Satelliten erstellt und deren Parameter verändert werden. Etliche europäische und asiatische Satelliten sind bereits vorprogrammiert. Die Oszilatorfrequenz(en) können beliebig festgelegt werden, der Receiver untersützt DiseqC, Tone Burst und verfügt über eine 0/12V Buchse. Ausserdem kann festgelegt werden, ob der Satellit nur frei empfangbare oder auch verschlüsselte Sender enthalten soll.

Die bereits vorprogrammierten Satelliten enthalten relativ aktuelle Transponderdaten. Wie generell üblich, können auch beim CDVB3188C die Transponderdaten für jeden Satelliten geändert, gelöscht und neue Transponder hinzugefügt werden, gleiches gilt für die Kanal und Favoritenliste.


 

Die Besonderheit dieses Receivers versteckt sich aber hinter dem unscheinbaren Menüeintrag "Blind scan antenna" in den "Antenna settings". Wählt man diesen Menüpunkt wird man aufgefordert einen Satelliten zu wählen. Im nächsten Schritt müssen "Start Frequency", "End Frequency", "Polarisation Range" und "Under 4ms/s scan" gewählt werden. Und wofür soll das alles gut sein? Der Receiver ist nach Eingabe dieser Werte in der Lage in dem eingegebenen Frequenzbereich selbstständig und ohne vorhandene Transponderdaten nach Kanälen zu suchen. Dabei erkennt der Receiver auf welchen Transpondern gesendet wird und bestimmt dann Symbolrate und FEC automatisch. Bei "Polarisation Range" kann man wählen ob dabei nur horizontal, vertikal oder horizontal und vertikal polarisierte Sender gesucht werden sollen. "Under 4ms/s scan" wird dazu verwendet um festzulegen ob auch Transponder mit einer Symbolrate von unter 4ms/s gesucht werden sollen. Wird diese Option aktiviert dauert der Suchlauf etwas länger, dafür werden auch Transponder mit niedriger Symbolrate erkannt.


 

Wählt man nun OK beginnt der Receiver den eingegebenen Bereich abzusuchen, was je nach Größe des Bereichs mehr oder weniger lange dauert. Gefundene Transponder werden dabei sofort mit ihrer Frequenz, Polarisation, Symbolrate und der Anzahl der gefundenen TV und Radio Kanäle aufgelistet.


 

Gefundene Sender werden automatisch mit ihrer Kennung der Kanalliste hinzugefügt. Dabei erkennt der Receiver auch, ob der betreffende Sender verschlüsselt oder fta sendet (diese Erkennung funktioniert leider momentan nicht 100% richtig, immer wieder werden fta Sender als verschlüsselt markiert. Da es sich dabei aber um einen ganz simplen und einfachen Fehler handelt, sollte das per Softwarupdate leicht zu korrigieren sein). Generell funktioniert der blind scan sehr zuverlässig und schnell.

Durch drücken der OK Taste wird die Kanalliste aufgerufen. Die info bar zeigt bei jedem Kanalwechsel die wichtigsten Informationen eines Senders. Wird ein Sender empfangen, der fta sendet, wird die info bar mit grünem Hintergrund dargestellt, bei verschlüsselten Sendern mit blauem Hintergrund und schaltet man auf einen Sender, der gerade nicht sendet, wird die info bar mit rotem Hintergrund dargestellt. Durch drücken der Info Taste kann zu jedem Kanal ein erweitertes Info Fenster dargestellt werden, das dann die genauen Transponderdaten, Symbolrate, Polarisation und sämtliche Pids enthält.


 


 

Der Receiver verfügt außerdem über eine Favoritenliste, die über eine eigene Taste auf der Fernbedienung aufgerufen werden kann. Selbstverständlich können im audio menu auch mehrere Sprachen bzw. die linke oder rechte Tonspur gewählt werden.


 

Das gerade laufende Programm kann angehalten und als Standbild angezeigt werden. Auch die Ausgangslautstärke der Cinch Anschlüsse kann geregelt werden.


 

Der Receiver ist außerdem in der Lage das Bild in mehreren PAL Normen sowie in NTSC auszugeben. Außerdem unterstützt er die automatische Umschaltung von PAL auf NTSC. Da der Receiver aber leider über keine Scart Ausgänge verfügt ist diese Funktion nur bedingt nutzbar, da man dafür einen reinen NTSC Fernseher benötigen würde.

Der Tuner des Receivers ist relativ empfindlich und konnte im direkten Vergleich mit dem meiner D-Box1 ungefähr gleiche Ergebnisse liefern. Ein störungsfreies Bild kann mit dem Receiver ab einem c/n von ~ 5dB dargestellt werden.

Wie funktioniert die Blind scan Funktion?

Im Blind scan Modus misst das Frontend die AGC Spannung über den ACBW Bereich. Anhand des Spannungsverlaufes wird dann die Symbolrate eingestellt und in schwankenden Schritten +/- bis zum Lock korrigiert. Mit der Option "Scan < 4ms/s" im blind scan Menü, wird festgelegt, ob auch Symbolraten unter 4ms/s berücksichtig werden sollen, was den Suchlauf etwas verlangsamt.

Was wird wirklich gefunden?

Generell ist es so, dass der Receiver fast alle aktiven Transponder eines Satelliten erkennt, MCPC Transponder mit hoher Symbolrate werden zu 100% erkannt, Probleme bereiten (im Moment) nur sehr nahe beieinander liegende SCPC Transponder mit annähernd gleicher Symbolrate. Ich habe deshalb auf folgenden Satelliten Testscans durchgeführt:

» Türksat/Eurasiasat 42° Ost

» Arabsat 26° Ost

» Hotbird 13° Ost

» Amos1 4° West

» NSS7 22° West

» Atlantic Bird3 5° West

Türksat/Eurasiasat1 42° Ost:

Der Suchlauf ( <4ms/s scan) hat hier eine knappe Stunde für beide Satelliten gedauert. Dabei wurden 64 TV und 51 Radio Sender erkannt. Im Grunde wurden damit fast alle Sender gefunden, nur ein paar nahe zusammen liegende SCPC Träger mit niedriger Symbolrate auf dem Eurasiasat haben Probleme gemacht und wurden nicht erkannt (Meltem TV, TGRT, MTV, Al Hayat, Rustavi2 und Imedi TV).

Arabsat 26° Ost:

Auf dem Arabsat wurden in knapp 30 Minuten 139 TV und 87 Radio Sender gefunden. Sofern ich keinen Transponder übersehen habe, hat der Receiver hier alle Transponder erkannt. Da hier mit >4ms/s scan gearbeitet wurde, war die scan Dauer auch bedeutend kürzer.

Hotbird 13° Ost:

Auf dem Hotbird hat der Coship CDVB3188C in 37 Minuten 92 Transponder mit 874 TV und 577 Radio Kanälen gefunden, das entspricht den gesamten vorhandenen Transpondern.

Amos1 4° West:

In ~6 Minuten wurden auf dem Amos1 56 TV und 26 Radio Programme gefunden. Ein Sender, nämlich TV Pax Romania auf 11416H wurde übersehen.

NSS7 22° West:

Auf dem NSS7 haben mich besonders die äußerst knapp neben einander liegenden SCPC Träger im Bereich zwischen 11610H und 11621H interessiert. Hier waren die Ergebnisse leider enttäuschend, von 5 vorhandenen Sender hat der Receiver nur einen erkannt. Die anderen Feed Kanäle wurden problemlos erkannt.

Atlantic Bird3 5° West:

Findet der Receiver auch Transponder mit sehr hoher Symbolrate? Um diese Frage zu beantworten habe ich einen Scan auf dem Atlantic Bird3 5° West durchgeführt. Dort sind sowohl Transponder mit relativ niedriger Symbolrate (12642H SR 3885 FEC 7/8) als auch Transonder mit relativ hoher Symbolrate (12669H SR 30000 FEC 5/6 sowie 12711H SR 30000 FEC 1/2) vorhanden. In knapp 4 Minuten hat der Receiver den Bereich zwischen 12543 und 12711 abgesucht. Dabei wurden sowohl die Transponder mit hoher als auch mit niedriger Symbolrate problemlos erkannt.

Zusammenfassend muß ich sagen, dass der Coship CDVB3188C wirklich außergewöhnliches leistet und die blind scan Funktion eigentlich sehr zuverlässig funktioniert. Mit diesem Receiver macht es Freude einen Satelliten nach neuen Programmen abzusuchen. Durch das wirklich übersichtlich und einfach gestaltete OSD kann man diesen Receiver intuitiv bedienen und erspart sich somit das stundenlange Lesen der Bedienungsanleitung. Mit hat es sehr viel Spaß gemacht den Receiver zu testen und die eine oder andere Schwachstelle kann sicher noch per Softwareupdate nachgebessert werden.