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SATzentrale - Testcenter -

Receivertests von Thomas Haring

 

Die Receivertests entstanden mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Thomas Haring. 

Die SATzentrale hat keinen Einfluss auf diese Testreihen. Sie dienen nur der allgemeinen Information. 

 

Powtek DVB-FTAM002

 

Kurze Zeit nachdem mein Testbericht zum Olbort DX1212 (Coship) online war, wurde erstmals der Name Powtek im Zusammenhang mit blind scan Receivern genannt. Was man so im Internet lesen konnte, sollte die blind scan Funktion dieses Receiver noch schneller und genauer sein als die des Olbort DX1212. In einem Telefonat mit Alfred Olbort von der Firma Olbort Satellitentechnik stellte sich heraus, dass dieser den Receiver schon bestellt hatte und nur mehr auf dessen Ankunft aus Australien wartete. Freundlicherweise wurde mir von der Firma Olbort wieder ein Testgerät zur Verfügung gestellt, damit ich einen direkten Vergleichstest der beiden Receiver durchführen konnte.


 

Der Powtek DVB-FTAM002 ist ein kleiner platzsparender Receiver (255x60x230), man hatte bei Powtek also auf ein unnötig großes Gehäuse verzichtet und so konnte ich den Receiver problemlos in meinem Receiverturm unterbringen. Der Receiver sieht sehr elegant aus (meiner Meinung nach sogar eleganter als der Olbort DX1212). Das Gehäuse ist gut verarbeitet, lediglich die Gehäuseunterseite ist etwas ungeschickt konstruiert, so dass der Receiver hinten statt auf Plastikfüsschen auf 2 Schrauben steht. Im Gegensatz zum Olbort DX1212 verfügt dieser Receiver über 2 Scart Ausgänge. Des weiteren sind ein RF Ein/Ausgang, ein Loop Anschluss, eine serielle Schnittstelle sowie 4 Audio und 2 Video Cinch Ausgänge vorhanden. Ein digitaler Audioausgang sowie ein 0/12V Anschluss sind nicht vorhanden. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen FTA Receiver, CI slots sind also keine vorhanden.
Im Gegensatz zum Olbort DX1212 kann der Powtek DVB-FTAM002 auch DiseqC 1.2, das Ansteuern einer Drehanlage mit DiseqC 1.2 Motor ist somit also kein Problem.



 


Die Fernbedienung liegt gut in der Hand, einzig die dunkle Tastenbeschriftung (auf dunkelgrauem Untergrund) ist bei nicht optimalen Lichtverhältnissen nur schwer zu erkennen. Was mir besonders gut gefallen hat ist der Ein/Aus Schalter direkt an der Gerätefront, der nicht wie bei den meisten Geräten den Receiver nur in den Standby schickt sondern wirklich vom Stromnetz trennt. Sollte der Receiver also während des laufenden Betriebs hängen bleiben (was beim Test übrigens einmal passiert ist), so kann man ohne langes Suchen nach dem Hauptschalter den Receiver aus und wieder einschalten.


 

Das Innenleben des Powtek DVB-FTAM002


 

Das OSD des Receivers ist etwas verspielter als das des Olbort DX1212, von der Grundstruktur aber sehr übersichtlich (bis auf eine kleine Kuriosität, dazu aber später mehr). Das OSD ist in einer Vielzahl von Sprachen, unter anderem auch in Deutsch verfügbar. Leider wurde die Übersetzung nur sehr halbherzig gemacht, sämtliche Hilfe und Hinweistexte erscheinen weiterhin in Englisch.


 

Die Bedienung des Powtek DVB-FTAM002 ist leider nicht so einfach wie die des Olbort DX1212, nach einer kurzen Eingewöhnungszeit und einem Blick in das eher dürftige, englische Handbuch hat man sich aber sehr schnell daran gewöhnt. Der Receiver kann bis zu 3000 TV und Radio Kanäle verwalten. Über 50 Satelliten sind mit Transponderdaten vorprogrammiert, leider sind diese nicht sehr aktuell und einige wichtige Satelliten (z.B. sämtliche Atlantic Birds) fehlen komplett. Für diesen Fall sind allerdings noch 4 freie Satelliteneinträge vorhanden, die mit beliebigen Transponderdaten gefüllt werden können.


 

Die wichtigsten Funktionen des Receivers sind kurz und bündig im Hauptmenü zusammengefasst. Über den Menüpunkt "Programme bearbeiten" können Kanäle der Favoritenliste hinzugefügt werden, können Kanäle gelöscht, sortiert, gesperrt und Kanalnamen geändert werden. Über den Menüpunkt "Kindersicherung" können kurioserweise auch Dinge wie ein Werksreset, Softwareupdate, Zeiteinstellung etc. verändert werden. Auch TV und Radioprogramme sowie Transponderdaten können über das Kindersicherungsmenü gelöscht werden. Wer bei diesem kuriosen Menüpunkt an einen Übersetzungsfehler denkt, der irrt, denn auch im englischem OSD wird der Menüpunkt mit "parental control" bezeichnet.


 


 


 


 


 

Der für mich interessanteste Menüpunkt war natürlich die "Programmsuche". Man kann hier entweder aus den schon vorprogrammierten Satelliten und Transponderdaten wählen, oder man gibt neue Transponderdaten direkt ein. Außerdem können hier für jeden Satelliten die LOF Frequenz(en) sowie die DisEqC Paramter eingestellt werden. Wie üblich kann man wählen ob alle Programme (verschlüsselt & fta) oder nur fta Programme gesucht werden sollen, auch die Netzwerksuche kann aktiviert und deaktiviert werden. Mit einem Druck auf die OK Taste beginngt man den Suchlauf, wobei vorher noch gewählt werden muss, ob der ganze Satellit oder nur der eingestelle Transponder abgesucht werden soll. Auch die für mich besonders interessante blind scan Funktion ist in diesem Menü zu finden. Im Gegensatz zum Olbort DX1212 kann man beim Powtek neben Anfangs und Endfrequenz auch die Symbolrate von - bis eingeben. Auf diese Weise kann man einen Satelliten z.B. bewusst nur nach schmalbandigen Feed Signalen absuchen und die MCPC Signale mit hoher Symbolrate ignorieren. Ebenso wie beim Olbort DX1212 kann gewählt werden, ob der Receiver horizontal, vertikal oder horizontal und vertikal polarisierte Signale suchen soll. Zu meinen Erfahrungen mit der blind scan Funktion des Powtek kommen wir aber später.


 


 

Im Menü "Gundeinstellungen", können sämtliche gewohnte Parameter gewählt werden, also Menüsprache, TV Typ, Video Modus etc. Laut OSD unterstützt der Powtek RGB, S-VHS und CVBS. Wenn man allerdings einen dieser Videomodi wählt passiert leider nichts und der Powtek gibt das Signal immer noch nur in CVBS aus.


 

Über das DisEqC Positioner Menü kann ein an den Receiver angeschlossener DisEqC Motor angesteuert werden. Der Receiver unterstützt übrigens nur DisEqC 1.2 und nicht DisEqC 1.3 (Usals). Besonders gut hat mir gefallen, dass der Powtek in der Lage ist automatisch den Motor zu bewegen bis ein Signal gefunden wurde (man stellt z.B. den Hotbird ein und der Receiver dreht den Motor dann automatisch so lange bis ein Signal auf dem ersten eingespeicherten Hotbird Transponder gefunden wurde).


 

Wer sich etwas ablenken möchte, der kann mit dem Powtek auch eine Runde Tetris spielen (aufzurufen über den Menüpunkt "Game")


 

Durch drücken der OK Taste wird die Kanalliste des gerade akuellen Satelliten aufgerufen. Das Blättern zur nächsten Seite der Kanalliste ist möglich, allerdings sind die dafür vorgesehenen Tasten leider nicht neben den Ch+/Ch- Tasten sondern neben der 0 beim Ziffernblock. Außerdem ist es bei geöffneter Kanalliste nicht möglich den Satelliten zu wechseln. Dazu muss erst die Kanalliste verlassen und der Satellite mit der roten Funktionstaste gewählt werden. Wie bei den meisten Receivern kann man auch beim Powtek die verschiedenen Tonspuren eines Senders wählen, man kann das laufende Bild anhalten und zwischen TV und Radio Modus umschalten. Was mir sehr gut gefallen hat ist das elegante Ein bzw. Ausblenden von Menüs, der dabei verwendete Zoom Effekt sieht wirklich toll aus. Der Receiver ist im Gegensatz zum Olbort DX1212 auch in der Lage die EPG Daten eines Senders anzuzeigen, wobei dafür eine Art Kanalliste verwendet wird in deren unterem Bereich die aktuelle und nachfolgende Sendung des jeweils gewählten Senders angzeigt wird. Möchte man alle EPG Daten eines Senders sehen, können auch diese durch Drücken der OK Taste dargestellt werden, zumindest steht das so im OSD. In Wahrheit zeigt der Receiver leider keine weiteren EPG Daten ausser der gerade aktuellen und der nächsten Sendung an. Ruft man die EPG Vorschau eines Senders auf, erscheint nur "No Events in list".


 


 


 


 


 


 

Über die P/N Taste auf der Fernbedienung kann gewählt werden, ob das Bild in PAL, NTSC oder Secam ausgegeben werden soll. Über die Taste "Antenna Position" kann ein Menü zur Feineinstellung des Motors aufgerufen werden.


 

Nun aber zum wirklich interessanten Punkt dieses Receivers, der blind scan Funktion:

Im Gegensatz zum Olbort DX1212 sucht der Powtek DVB-FTAM0002 zuerst nach aktiven Transpondern und speichert diese zwischen. Erst nachdem alle aktiven Transponder im eingegebenen Frequenzbereich ermittelt wurden, führt der Powtek einen Kanalsuchlauf mit diesen Transponderdaten durch. Ansich ein sehr gute Idee, noch besser wäre es allerdings wenn der Powtek schon während des Bestimmens der aktiven Transponder dieser auflisten würde, so dass man während der Receiver noch weitersucht bereits mit einem anderen Receiver die gefundenen Transponder einstellen könnte. Gerade für das feedhunten wäre diese Funktion ideal, da die Bestimmung der aktiven Transponder wirklich sehr schnell geht.


 


 

Generell ist der Powtek um ca. 50% schneller als der Olbort DX1212, leider erkennt er aber weniger Transponder als dieser. Dabei sind Transponder mit niedriger oder sehr hoher Symbolrate kein Problem, dem Receiver machen besonders sehr nahe beieinander liegende SCPC Träger mit annähernd gleicher Symbolrate Probleme. Im direkten Vergleich zum Olbort DX1212 fällt auf, dass der Powtek noch größere Probleme mit nahe beieinander liegenden SCPC Transpondern hat. Auf der anderen Seite war der Suchlauf des Powtek genauer, es wurden unter anderem auch Datenkanäle eingelesen, die der Olbort DX1212 nicht erkannt hat. Datenkanäle werden vom Powtek übrigens in der Radio Kanalliste gespeichert.

Ebenso wie beim Olbort DX1212 habe ich auch beim Powtek einen Suchlauf auf dem Türksat/Eurasiasat 42° Ost, dem Arabsat 26° Ost, dem Hotird 13° Ost, dem Amos 4° West, dem AB3 5° West und dem NSS7 22° West durchgeführt. Hier die Ergebnisse im Detail und zum Vergleich die Ergebnisse des Olbort DX1212 (den Symbolratenbereich habe ich beim Powtek zwischen 2000 ks/s und 35000 ks/s gewählt, was ungefähr dem des Olbort DX1212 entsprechen dürfte).

Türksat/Eurasiasat1 42° Ost:

Der Suchlauf hat hier knapp 23 Minuten gedauert. Dabei wurden 48 TV und 45 Radio Kanäle gefunden. Im Vergleich zum Olbort DX1212 hat der Powtek hier noch weniger Sender gefunden - das Problem lag ganz klar bei den nahe nebeneinander liegenden SCPC Trägern auf dem Eurasiasat.

Türksat /Eurasiasat 42°E
Olbort DX1212
Powtek DVB-FTAM002
TV Kanäle
64
48
Radio Kanäle
51
45
Dauer
58min
23min

Arabsat 26° Ost:

Auf dem Arabsat hat der Powtek DVB-FTAM002 in 13 Minuten alle aktiven Transponder erkannt.

Arabsat 26°E
Olbort DX1212
Powtek DVB-FTAM002
TV Kanäle
139
142
Radio Kanäle
87
92
Dauer
30min
13min

Hotbird 13° Ost:

Auf dem Hotbird hat der Powtek in 21 Minuten alle 92 Transponder mit 852 TV und 619 Radio Kanälen gefunden, das entspricht den gesamten vorhandenen Transpondern. Dabei hat der Powtek für das Suchen der aktiven Transponder 15 Minuten und für das Einlesen der Programme 6 Minuten benötigt.

Hotbird 13°E
Olbort DX1212
Powtek DVB-FTAM002
TV Kanäle
874
852
Radio Kanäle
577
619
Dauer
37min
21min

Amos1 4° West:

In 3 Minuten wurden auf dem Amos1 52 TV und 6 Radio Programme gefunden. Im Gegensatz zum Olbort DX1212 hat der Powtek TV Pax Romania auf 11416H nicht übersehen.

Amos1 4°W
Olbort DX1212
Powtek DVB-FTAM002
TV Kanäle
56
52
Radio Kanäle
26
6
Dauer
6min
3min

NSS7 22° West:

Auf dem NSS7 haben mich besonders die äußerst knapp neben einander liegenden SCPC Transponder im Bereich zwischen 11610H und 11621H interessiert. Hier waren die Ergebnisse leider enttäuschend, von 5 vorhandenen Sender hat der Receiver keinen einzigen erkannt. Die anderen Feed Kanäle wurden problemlos gefunden.

SCPC Transponder im Bereich 11610H - 11621H, NSS7 22°W
Olbort DX1212
Powtek DVB-FTAM002
TV Kanäle
1
0
Radio Kanäle
0
0
Dauer
-
-

Atlantic Bird3 5° West:

Findet der Receiver auch Transponder mit sehr hoher Symbolrate? Um diese Frage zu beantworten habe ich einen Scan auf dem Atlantic Bird3 5° West durchgeführt. Dort sind sowohl Transponder mit relativ niedriger Symbolrate (12642H SR 3885 FEC 7/8) als auch Transonder mit relativ hoher Symbolrate (12669H SR 30000 FEC 5/6 sowie 12711H SR 30000 FEC 1/2) vorhanden. In knapp 3 Minuten hat der Receiver den Bereich zwischen 12543 und 12711 abgesucht. Dabei wurden sowohl die Transponder mit hoher als auch mit niedriger Symbolrate problemlos erkannt.

Atlantic Bird3 5°W
Olbort DX1212
Powtek DVB-FTAM002
TV Kanäle
19
19
Radio Kanäle
13
45
Dauer
4min
3min


Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Powtek DVB-FTAM002 ein kleiner, formschöner Receiver ist, dessen blind scan Funktion sich wirklich sehen lassen kann. Durch die 2 vorhandenen Scart Anschlüsse und die vorbildliche DiseqC 1.2 Steuerung kann der Receiver jedem empfohlen werden, der einen Receiver sucht um seine Drehanlage zu steuern, der die blind scan Funktion verwenden möchte und der den Receiver auch einfach nur zum gemütlichen Fernsehen benutzen möchte. Für die Profi DXer, die über eine große Schüssel mit Schubstangenmotor bzw. Egis Rotor und eine ganze Reihe von Receivern verfügen, ist eher der Olbort DX1212 erste Wahl, da dessen Preis/Leistungsverhältnis gerade für Leute die auf Scart Ausgänge und DiseqC 1.2 Steuerung verzichten können, wirklich unschlagbar ist.