| Objekt | Höhe | Azimut |
|---|---|---|
| ☀ Sonne | ↑ 05:44 | ↓ 20:37 |
| ☿ Merkur | 42,8°🟢 | 114,2° |
| ♀ Venus | -10,4°⚫ | 80,6° |
| ♂ Mars | 61,4°🟢 | 159,8° |
| ♃ Jupiter | 37,6°🟢 | 108,7° |
| ♄ Saturn | 18,0°🟢 | 252,3° |
| ♅ Uranus | 57,3°🟢 | 208,8° |
| ♆ Neptun | 9,6°🟢 | 258,6° |
| Band | Day | Night |
|---|---|---|
| 80m – 40m | Good | Good |
| 30m – 20m | Good | Good |
| 17m – 15m | Fair | Fair |
| 12m – 10m | Poor | Poor |
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DRM - Digital Radio Mondiale
DRM – Digital Radio Mondiale: Die digitale Zukunft der Lang-, Mittel- und Kurzwelle?
Digital Radio Mondiale (DRM) ist ein digitales Rundfunksystem, das speziell für die traditionellen Rundfunkbereiche unterhalb von 30 MHz entwickelt wurde. Dazu gehören Langwelle, Mittelwelle und Kurzwelle. Ziel von DRM war es, die Vorteile der großen Reichweiten dieser Frequenzbereiche mit den Möglichkeiten moderner Digitaltechnik zu verbinden.
Während DAB+ hauptsächlich für den lokalen und regionalen Hörfunk im UKW-Bereich entwickelt wurde, sollte DRM die weltweite Versorgung über große Entfernungen ermöglichen. DRM war daher nie als Konkurrenz zu DAB+, sondern als Ergänzung gedacht.
Die Entstehung von DRM
Ende der 1990er Jahre standen die klassischen Rundfunkbänder vor einem Problem. Die analoge AM-Übertragung auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle war zwar sehr reichweitenstark, bot aber nur eine begrenzte Tonqualität und war anfällig für Störungen.
Internationale Rundfunkanstalten, Forschungseinrichtungen und Hersteller gründeten deshalb 1998 das DRM-Konsortium (Digital Radio Mondiale). Ziel war die Entwicklung eines offenen Standards für digitales Radio unterhalb von 30 MHz.
Zu den beteiligten Organisationen gehörten unter anderem internationale Rundfunkveranstalter, Gerätehersteller und Forschungseinrichtungen. Auch die Fraunhofer-Gesellschaft war maßgeblich an der Entwicklung der Audiocodierung beteiligt.
Chronik von DRM
1998:
Gründung des DRM-Konsortiums. Beginn der Entwicklung eines digitalen
Übertragungssystems für Lang-, Mittel- und Kurzwelle.
2001:
Der erste DRM-Standard wird vorgestellt. Erste erfolgreiche Testsendungen
zeigen, dass digitale Übertragung auch auf den klassischen Rundfunkbändern
möglich ist.
2003:
Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) erkennt DRM als internationalen
Digitalradio-Standard an.
2003–2010:
Zahlreiche internationale Sender starten DRM-Test- und Regelbetrieb. Unter
anderem testen die BBC, Deutsche Welle, Radio Canada International und andere
große Auslandssender die neue Technik.
2000er Jahre:
Es werden verschiedene DRM-Empfänger angekündigt und entwickelt. Die Verbreitung
bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück, da gleichzeitig das Internet und
Satellitenradio immer wichtiger werden.
Ab 2010:
Viele internationale Kurzwellenprogramme werden eingestellt oder ins Internet
verlagert. Dadurch sinkt auch das Interesse an DRM-Empfangsgeräten.
Heute (2026):
DRM wird weiterhin genutzt, allerdings hauptsächlich für spezielle Anwendungen,
internationale Ausstrahlungen und einzelne Test- oder Regelbetriebe. Ein
weltweiter Durchbruch als Nachfolger der analogen Mittel- und Kurzwelle ist
nicht erfolgt.
Technische Funktionsweise von DRM
DRM verwendet wie DAB und andere moderne digitale Rundfunksysteme die COFDM-Technik (Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex). Dabei wird das digitale Signal auf viele schmalbandige Träger verteilt.
Diese Technik macht das Signal widerstandsfähiger gegen Störungen, Mehrwegeausbreitung und Schwankungen, wie sie besonders bei der Kurzwelle durch die Ionosphäre auftreten können.
Die Anzahl der verwendeten Träger kann abhängig von der verfügbaren Bandbreite angepasst werden. Dadurch kann DRM in verschiedenen Frequenzbereichen und mit unterschiedlichen Übertragungsbedingungen eingesetzt werden.
Für die Audiocodierung nutzt DRM MPEG-4 AAC. Bei niedrigen Datenraten kommt zusätzlich SBR (Spectral Band Replication) zum Einsatz. Dadurch können auch bei geringer Übertragungsbandbreite verständliche und qualitativ brauchbare Audiosignale erzeugt werden.
Welche Vorteile bietet DRM?
Gegenüber der klassischen analogen AM-Übertragung bietet DRM zahlreiche Verbesserungen:
- deutlich bessere Klangqualität
- weniger Rauschen und Störungen
- zusätzliche Datenübertragung möglich
- Anzeige von Sendernamen und Programminformationen
- bessere Nutzung der vorhandenen Frequenzen
- Möglichkeit von Gleichwellennetzen
Wie bei allen digitalen Systemen gilt jedoch: Solange die Empfangsqualität ausreicht, ist das Signal nahezu störungsfrei. Wird die Empfangsschwelle unterschritten, kann der Empfang plötzlich abbrechen.
DRM-Empfangsgeräte – Entwicklung und Stand heute
Für DRM ist ein spezieller digitaler Empfänger notwendig. Herkömmliche Mittelwellen- oder Kurzwellenradios können ausschließlich analoge AM-Signale empfangen und sind nicht in der Lage, DRM-Signale zu decodieren.
Zu den ersten DRM-Empfängern gehörten spezielle Geräte verschiedener Hersteller, beispielsweise:
- Himalaya DRM-2000
- Morphy Richards DRM-Radios
- Winradio DRM-fähige Empfänger
- Softwarelösungen für Computerempfang
Viele dieser Geräte waren jedoch vergleichsweise teuer und konnten sich am Massenmarkt nicht durchsetzen.
Heute erfolgt der DRM-Empfang häufig über sogenannte SDR-Systeme (Software Defined Radio). Dabei wird das Funksignal über einen Computer oder Mini-PC verarbeitet und mit entsprechender Software decodiert.
DRM und DAB+ – Konkurrenz oder Ergänzung?
DRM und DAB+ verfolgen unterschiedliche Ziele:
DAB+ ist hauptsächlich für die regionale und nationale Versorgung mit vielen Radioprogrammen gedacht. Es eignet sich besonders für Fahrzeuge, Haushalte und mobile Nutzung.
DRM nutzt dagegen die besonderen Eigenschaften von Lang-, Mittel- und Kurzwelle und kann große Gebiete mit einem einzigen Sender versorgen.
Beide Systeme ergänzen sich daher technisch. In der Praxis hat sich jedoch DAB+ deutlich stärker verbreitet, während DRM eine Nischentechnik geblieben ist.
Warum konnte sich DRM nicht durchsetzen?
Obwohl DRM technisch viele Vorteile bietet, gab es mehrere Hindernisse:
- wenige verfügbare Empfangsgeräte
- hohe Kosten für Senderumrüstung
- Rückgang der internationalen Kurzwellenprogramme
- zunehmende Bedeutung von Internet und Streaming
- geringe Bekanntheit bei Hörern
Der Wechsel von analog zu digital war bei Kurzwelle deutlich schwieriger als beispielsweise bei Fernsehen oder DAB+.
Aktueller Stand von DRM im Jahr 2026
DRM existiert weiterhin und wird nicht eingestellt. Es wird vor allem dort eingesetzt, wo große Reichweiten benötigt werden oder Internetverbindungen keine geeignete Alternative darstellen.
Aktuelle Einsatzbereiche sind:
- internationale Rundfunkdienste
- Kurzwellen- und Mittelwellenprojekte
- Informationsversorgung in abgelegenen Regionen
- Notfall- und Krisenkommunikation
- technische Versuche und Forschung
Die ursprüngliche Vision, die gesamte analoge Rundfunkwelt unterhalb von 30 MHz durch DRM zu ersetzen, wurde jedoch nicht erreicht.
Fazit
DRM war ein technisch anspruchsvoller und wichtiger Schritt bei der Digitalisierung des Radios. Das System zeigt, dass auch die klassischen Lang-, Mittel- und Kurzwellenbereiche digital genutzt werden können.
Während DAB+ und Internetradio heute den Alltag dominieren, bleibt DRM ein interessantes Beispiel für die Verbindung von klassischer Funktechnik und moderner Digitaltechnik. Besonders für weltweite Kommunikation und spezielle Anwendungen besitzt DRM weiterhin eine technische Bedeutung.
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