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SATzentrale
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🛰ISS Daten

435 km
🌍 Indischer Ozean
🚀 27.545 km/h
🕒 23:06 UTC

🚀Raketenstart

T-1d 14h
Go for Launch
Long March 7A | Unknown Payload
📍 Wenchang Space Launch Site, People's Republic of China
🗓 29.07.2026 13:50

🌌 Himmelskörper

Objekt Höhe Azimut
☀ Sonne ↑ 05:22 ↓ 21:03
☿ Merkur -16,1°⚫ 336,4°
♀ Venus 1,6°🟢 275,4°
♂ Mars -15,1°⚫ 4,5°
♃ Jupiter -9,0°⚫ 317,9°
♄ Saturn -9,3°⚫ 71,7°
♅ Uranus -15,0°⚫ 20,5°
♆ Neptun -5,6°⚫ 81,6°

📻Funkwetter

Band Day Night
80m – 40m Fair Good
30m – 20m Good Good
17m – 15m Good Good
12m – 10m Fair Poor

📡 SAT News

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SATzentrale - MHP - Die Multimedia Home Plattform -

MHP - Die Multimedia Home Plattform


Die Multimedia Home Platform (MHP) war Anfang der 2000er Jahre einer der ambitioniertesten Versuche, das klassische Fernsehen um interaktive Funktionen zu erweitern. Heute gilt MHP als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum modernen Smart-TV und zu HbbTV. Viele Ideen, die damals ihrer Zeit voraus waren, gehören inzwischen zum Standard moderner Fernsehgeräte.

Ein Blick zurück auf eine damalige Presseveröffentlichung zeigt die ursprüngliche Zielsetzung:

„Das digitale Fernsehen ist bereits seit einigen Jahren verfügbar. Allerdings wird der Anwender bislang mit dem Problem der inkompatiblen Lösungen konfrontiert. Die erforderlichen Decoder sind direkt verknüpft mit den jeweiligen Serviceprovidern. Eine individuelle anwenderselektive Kombination ist somit nicht möglich. [...] Erst in Verbindung mit vollkommen neuen Serviceangeboten und Dienstleistungen ergeben sich Motivationsaspekte, die einen Sog in Richtung DVB generieren können.“

Genau hier setzte MHP an. Der offene Standard sollte unabhängig von Herstellern und Programmanbietern funktionieren und eine einheitliche Plattform für interaktive Anwendungen schaffen. Zuschauer sollten nicht mehr an bestimmte Receiver oder Anbieter gebunden sein, sondern verschiedenste Dienste mit kompatiblen Endgeräten nutzen können.

Was konnte MHP?

Auf zahlreichen Messen präsentierten Sender, Hersteller und Softwareentwickler eindrucksvoll die Möglichkeiten der Multimedia Home Platform. Dazu gehörten unter anderem:

  • interaktive elektronische Programmführer (EPG)
  • Nachrichten- und Börsenticker
  • digitale TV-Zeitschriften
  • interaktive Quiz- und Gameshows
  • Sport-Anwendungen mit zusätzlichen Statistiken und Grafiken
  • Home-Shopping mit Rückkanal
  • interaktive Werbung
  • zusätzliche Informationen zu laufenden Sendungen

Besonders beeindruckend waren Anwendungen, bei denen das Fernsehbild im Hintergrund weiterlief, während im Vordergrund interaktive Informationen eingeblendet wurden. Bei Sportübertragungen konnten beispielsweise Spielstatistiken, Platzübersichten oder Zusatzinformationen angezeigt werden – Funktionen, die heute bei Smart-TV-Angeboten selbstverständlich erscheinen.

MHP setzte dabei auf Java-Technologie und definierte eine einheitliche Laufzeitumgebung für alle kompatiblen Receiver und integrierten Digitalfernseher (iDTV). Dadurch sollten Anwendungen unabhängig vom jeweiligen Gerätehersteller funktionieren.

Warum setzte sich MHP nicht durch?

Technisch war MHP seiner Zeit voraus. Der große Markterfolg blieb jedoch aus. Dafür gab es mehrere Gründe:

  • MHP-Receiver waren deutlich teurer als Standard-DVB-Empfänger.
  • Nur vergleichsweise wenige Haushalte besaßen kompatible Geräte.
  • Die Entwicklung und Pflege der Anwendungen verursachte hohe Kosten.
  • Breitband-Internet verbreitete sich immer stärker und eröffnete neue Möglichkeiten.
  • Später übernahmen Smart-TVs und internetbasierte Dienste viele Funktionen deutlich komfortabler.

Bereits ab 2005 und insbesondere im Laufe des Jahres 2006 stellten viele Sender ihre MHP-Angebote wieder ein. Die geringe Verbreitung geeigneter Endgeräte machte den Betrieb wirtschaftlich kaum noch sinnvoll.

Von MHP zu HbbTV

Ganz verschwunden sind die Ideen von MHP jedoch nicht. Viele Konzepte wurden später in den Standard HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband TV) übernommen.

Während MHP überwiegend auf Java und DVB-Datenübertragung setzte, nutzt HbbTV moderne Web-Technologien wie HTML, CSS und JavaScript sowie eine Internetverbindung. Dadurch konnten deutlich leistungsfähigere und flexiblere Anwendungen entstehen.

Heute gehören Mediatheken, interaktive Programmführer, Zusatzinformationen, Streaming-Angebote und die bekannten „Roten Tasten" praktisch zur Grundausstattung moderner Smart-TVs. MHP kann daher durchaus als direkter Vorläufer des heutigen Hybridfernsehens betrachtet werden.

Chronik der Multimedia Home Platform

  • 1997: Beginn der Entwicklung des DVB-MHP-Standards innerhalb des DVB-Projekts.
  • 2000: Veröffentlichung der ersten offiziellen MHP-Spezifikationen.
  • 2001: Die ersten MHP-fähigen Receiver und integrierten Digitalfernseher (iDTV) kommen auf den Markt.
  • 2002–2004: ARD, ZDF, RTL, ProSiebenSat.1, Premiere und weitere Anbieter starten zahlreiche interaktive MHP-Dienste wie Programmführer, Nachrichten, Spiele und Zusatzinformationen.
  • 2005: Trotz hoher Erwartungen bleibt die Verbreitung von MHP-Geräten deutlich hinter den Prognosen zurück.
  • 2006: Viele Sender stellen ihre MHP-Angebote wieder ein, da nur wenige Zuschauer kompatible Receiver besitzen.
  • 2009–2010: Mit dem Start von HbbTV beginnt die Ablösung von MHP. Der neue Standard verbindet klassisches Fernsehen mit dem Internet.
  • Ab 2012: HbbTV etabliert sich auf nahezu allen neuen Smart-TVs und entwickelt sich zum europäischen Standard für interaktive Fernsehdienste.
  • Heute: MHP wird praktisch nicht mehr eingesetzt. Der Standard gilt jedoch als wichtiger Wegbereiter für HbbTV und moderne Smart-TV-Funktionen.

MHP-Anwendungen aus der Anfangszeit

Die folgenden Bildschirmfotos zeigen einige der bekanntesten MHP-Angebote, wie sie Anfang der 2000er Jahre auf kompatiblen Receivern verfügbar waren.


ARD Programmvorschau 

"GIST" Anwendungen 

"Hörzu" TV Zeitschrift

Premiere Formel 1

Pro Sieben Vorschau

RTL World 

ZDF Programmvorschau

   

Autoschau von Mercedes Benz

 


Bekannte MHP-Empfänger

Zu den Geräten, die MHP-Anwendungen unterstützen konnten, gehörten unter anderem:

  • Fujitsu Siemens Activy 200 / 300
  • Panasonic TU-MFS100
  • Philips DSR 5600
  • Sony KD-32NS100
  • Humax CI-8140
  • Samsung DSB-A500N

Diese Geräte gehören heute zu den interessanten Sammlerstücken der frühen DVB-Geschichte.


Bildnachweis: mhp-forum.de

Fazit: Die Multimedia Home Platform war ihrer Zeit technisch weit voraus. Obwohl sich der Standard wirtschaftlich nicht durchsetzen konnte, beeinflusste er die Entwicklung des interaktiven Fernsehens nachhaltig. Zahlreiche Ideen von MHP leben heute in HbbTV und den Funktionen moderner Smart-TVs weiter.


📺 MHP und HbbTV im Vergleich

MHP HbbTV
Einführung ab 2000 Einführung ab 2010
Java-basierte Anwendungen HTML5, CSS und JavaScript
DVB-Datenstrom als Hauptübertragungsweg Fernsehsignal kombiniert mit Internet
Benötigte MHP-kompatible Receiver Nahezu alle modernen Smart-TVs unterstützen HbbTV
Begrenzte Verbreitung Heute europaweit etabliert
Elektronische Programmführer, Nachrichten, Spiele und Zusatzinformationen Mediatheken, Streaming, Neustart laufender Sendungen, Zusatzinformationen und interaktive Dienste

Interessant: Viele Funktionen, die heute selbstverständlich erscheinen – etwa Mediatheken oder Zusatzinformationen per „Roter Taste“ – gehen konzeptionell auf Ideen zurück, die bereits mit MHP erprobt wurden.

💡 Warum verschwand MHP wieder?

  • Zu wenige Geräte: MHP-fähige Receiver waren deutlich teurer als normale DVB-Receiver.
  • Geringe Nutzung: Viele Käufer interessierten sich vor allem für digitales Fernsehen – die interaktiven Zusatzdienste wurden nur selten genutzt.
  • Hohe Entwicklungskosten: Sender mussten ihre Anwendungen speziell für MHP entwickeln und kontinuierlich pflegen.
  • Internet statt Broadcast: Mit der zunehmenden Verbreitung von DSL und Breitband-Internet wurden webbasierte Lösungen attraktiver.
  • Neue Standards: HbbTV kombinierte Fernsehen und Internet wesentlich flexibler und setzte sich deshalb schnell als Nachfolger durch.

Fazit: MHP scheiterte nicht an der Technik – vielmehr war der Markt Anfang der 2000er Jahre noch nicht bereit für interaktives Fernsehen. Erst mit schnellen Internetanschlüssen und Smart-TVs konnten sich vergleichbare Konzepte erfolgreich durchsetzen.


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27.07.2026 SATzentrale ©
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