| Objekt | Höhe | Azimut |
|---|---|---|
| ☀ Sonne | ↑ 05:22 | ↓ 21:03 |
| ☿ Merkur | -16,1°⚫ | 336,4° |
| ♀ Venus | 1,6°🟢 | 275,4° |
| ♂ Mars | -15,1°⚫ | 4,5° |
| ♃ Jupiter | -9,0°⚫ | 317,9° |
| ♄ Saturn | -9,3°⚫ | 71,7° |
| ♅ Uranus | -15,0°⚫ | 20,5° |
| ♆ Neptun | -5,6°⚫ | 81,6° |
| Band | Day | Night |
|---|---|---|
| 80m – 40m | Fair | Good |
| 30m – 20m | Good | Good |
| 17m – 15m | Good | Good |
| 12m – 10m | Fair | Poor |
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MHP - Die Multimedia Home Plattform

Die Multimedia Home Platform (MHP) war Anfang der 2000er Jahre einer der ambitioniertesten Versuche, das klassische Fernsehen um interaktive Funktionen zu erweitern. Heute gilt MHP als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum modernen Smart-TV und zu HbbTV. Viele Ideen, die damals ihrer Zeit voraus waren, gehören inzwischen zum Standard moderner Fernsehgeräte.
Ein Blick zurück auf eine damalige Presseveröffentlichung zeigt die ursprüngliche Zielsetzung:
„Das digitale Fernsehen ist bereits seit einigen Jahren verfügbar. Allerdings wird der Anwender bislang mit dem Problem der inkompatiblen Lösungen konfrontiert. Die erforderlichen Decoder sind direkt verknüpft mit den jeweiligen Serviceprovidern. Eine individuelle anwenderselektive Kombination ist somit nicht möglich. [...] Erst in Verbindung mit vollkommen neuen Serviceangeboten und Dienstleistungen ergeben sich Motivationsaspekte, die einen Sog in Richtung DVB generieren können.“
Genau hier setzte MHP an. Der offene Standard sollte unabhängig von Herstellern und Programmanbietern funktionieren und eine einheitliche Plattform für interaktive Anwendungen schaffen. Zuschauer sollten nicht mehr an bestimmte Receiver oder Anbieter gebunden sein, sondern verschiedenste Dienste mit kompatiblen Endgeräten nutzen können.
Auf zahlreichen Messen präsentierten Sender, Hersteller und Softwareentwickler eindrucksvoll die Möglichkeiten der Multimedia Home Platform. Dazu gehörten unter anderem:
Besonders beeindruckend waren Anwendungen, bei denen das Fernsehbild im Hintergrund weiterlief, während im Vordergrund interaktive Informationen eingeblendet wurden. Bei Sportübertragungen konnten beispielsweise Spielstatistiken, Platzübersichten oder Zusatzinformationen angezeigt werden – Funktionen, die heute bei Smart-TV-Angeboten selbstverständlich erscheinen.
MHP setzte dabei auf Java-Technologie und definierte eine einheitliche Laufzeitumgebung für alle kompatiblen Receiver und integrierten Digitalfernseher (iDTV). Dadurch sollten Anwendungen unabhängig vom jeweiligen Gerätehersteller funktionieren.
Technisch war MHP seiner Zeit voraus. Der große Markterfolg blieb jedoch aus. Dafür gab es mehrere Gründe:
Bereits ab 2005 und insbesondere im Laufe des Jahres 2006 stellten viele Sender ihre MHP-Angebote wieder ein. Die geringe Verbreitung geeigneter Endgeräte machte den Betrieb wirtschaftlich kaum noch sinnvoll.
Ganz verschwunden sind die Ideen von MHP jedoch nicht. Viele Konzepte wurden später in den Standard HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband TV) übernommen.
Während MHP überwiegend auf Java und DVB-Datenübertragung setzte, nutzt HbbTV moderne Web-Technologien wie HTML, CSS und JavaScript sowie eine Internetverbindung. Dadurch konnten deutlich leistungsfähigere und flexiblere Anwendungen entstehen.
Heute gehören Mediatheken, interaktive Programmführer, Zusatzinformationen, Streaming-Angebote und die bekannten „Roten Tasten" praktisch zur Grundausstattung moderner Smart-TVs. MHP kann daher durchaus als direkter Vorläufer des heutigen Hybridfernsehens betrachtet werden.
Die folgenden Bildschirmfotos zeigen einige der bekanntesten MHP-Angebote, wie sie Anfang der 2000er Jahre auf kompatiblen Receivern verfügbar waren.
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ARD Programmvorschau |
"GIST" Anwendungen |
"Hörzu" TV Zeitschrift |
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Premiere Formel 1 |
Pro Sieben Vorschau |
RTL World |
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ZDF Programmvorschau |
Autoschau von Mercedes Benz |
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Zu den Geräten, die MHP-Anwendungen unterstützen konnten, gehörten unter anderem:
Diese Geräte gehören heute zu den interessanten Sammlerstücken der frühen DVB-Geschichte.
Bildnachweis: mhp-forum.de
Fazit: Die Multimedia Home Platform war ihrer Zeit technisch weit voraus. Obwohl sich der Standard wirtschaftlich nicht durchsetzen konnte, beeinflusste er die Entwicklung des interaktiven Fernsehens nachhaltig. Zahlreiche Ideen von MHP leben heute in HbbTV und den Funktionen moderner Smart-TVs weiter.
| MHP | HbbTV |
|---|---|
| Einführung ab 2000 | Einführung ab 2010 |
| Java-basierte Anwendungen | HTML5, CSS und JavaScript |
| DVB-Datenstrom als Hauptübertragungsweg | Fernsehsignal kombiniert mit Internet |
| Benötigte MHP-kompatible Receiver | Nahezu alle modernen Smart-TVs unterstützen HbbTV |
| Begrenzte Verbreitung | Heute europaweit etabliert |
| Elektronische Programmführer, Nachrichten, Spiele und Zusatzinformationen | Mediatheken, Streaming, Neustart laufender Sendungen, Zusatzinformationen und interaktive Dienste |
Interessant: Viele Funktionen, die heute selbstverständlich erscheinen – etwa Mediatheken oder Zusatzinformationen per „Roter Taste“ – gehen konzeptionell auf Ideen zurück, die bereits mit MHP erprobt wurden.
Fazit: MHP scheiterte nicht an der Technik – vielmehr war der Markt Anfang der 2000er Jahre noch nicht bereit für interaktives Fernsehen. Erst mit schnellen Internetanschlüssen und Smart-TVs konnten sich vergleichbare Konzepte erfolgreich durchsetzen.