| Objekt | Höhe | Azimut |
|---|---|---|
| ☀ Sonne | ↑ 06:31 | ↓ 19:34 |
| ☿ Merkur | 39,7°🟢 | 182,7° |
| ♀ Venus | 19,8°🟢 | 155,2° |
| ♂ Mars | 29,3°🟢 | 270,6° |
| ♃ Jupiter | 41,1°🟢 | 241,6° |
| ♄ Saturn | -34,9°⚫ | 346,5° |
| ♅ Uranus | 0,7°🟢 | 304,7° |
| ♆ Neptun | -38,4°⚫ | 357,9° |
| Band | Day | Night |
|---|---|---|
| 80m – 40m | Fair | Good |
| 30m – 20m | Good | Good |
| 17m – 15m | Fair | Fair |
| 12m – 10m | Poor | Poor |
DVB-H
DVB-H (Digital Video Broadcasting – Handheld) ist ein speziell für mobile Endgeräte entwickelter Rundfunkstandard zur Übertragung von digitalen Fernseh-, Radio- und Multimediadiensten. Der Standard wurde von der DVB-Projektgruppe entwickelt und baut technisch auf DVB-T auf. Ziel war es, Fernsehen und andere audiovisuelle Inhalte unterwegs auf Mobiltelefonen, PDAs, tragbaren Media-Playern und später auch auf Navigationsgeräten oder mobilen Fernsehempfängern zu ermöglichen.
Die Entwicklung begann Anfang der 2000er Jahre. Während der Entwicklungsphase war der Standard unter den Arbeitstiteln DVB-M (Mobile) und DVB-X bekannt. Im November 2004 wurde DVB-H offiziell vom European Telecommunications Standards Institute (ETSI) als Standard veröffentlicht. Viele europäische Mobilfunkanbieter und Fernsehveranstalter sahen darin damals die Zukunft des mobilen Fernsehens.
Funktionsweise
DVB-H nutzt – genau wie DVB-T – terrestrische Funknetze. Das bedeutet, dass die Programme über klassische Fernsehsender ausgestrahlt werden und nicht über das Mobilfunknetz übertragen werden müssen. Dadurch konnten theoretisch Millionen Zuschauer gleichzeitig dieselbe Sendung empfangen, ohne dass zusätzliche Netzkapazitäten benötigt wurden.
Die Technik basiert auf dem DVB-T-Übertragungsverfahren, wurde jedoch speziell für batteriebetriebene Mobilgeräte weiterentwickelt. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören:
Time Slicing – Strom sparen für Mobilgeräte
Die wichtigste technische Neuerung von DVB-H war das sogenannte Time Slicing. Dabei werden die Daten eines Fernsehprogramms nicht kontinuierlich übertragen, sondern in kurzen Datenpaketen.
Der Empfänger schaltet seinen Tuner nur für wenige Millisekunden ein, empfängt den kompletten Datenblock und kann anschließend wieder in einen Energiesparmodus wechseln. Während dieser Zeit werden die empfangenen Daten aus einem Zwischenspeicher abgespielt.
Durch dieses Verfahren ließ sich der Stromverbrauch gegenüber einem permanent aktiven Empfänger erheblich reduzieren. Gerade bei Mobiltelefonen mit den damals noch kleinen Akkus war dies ein entscheidender Vorteil.
Videokompression
Im Gegensatz zum klassischen DVB-T setzte DVB-H überwiegend auf den modernen Videocodec H.264/AVC (MPEG-4 Part 10). Dieser benötigte deutlich weniger Bandbreite als das ältere MPEG-2-Verfahren und ermöglichte trotz geringer Datenraten eine gute Bildqualität.
Typische Auflösungen waren:
Vorteile von DVB-H
Nachteile
DVB-H in Deutschland
Deutschland gehörte zu den ersten Ländern Europas, die DVB-H testen wollten. Bereits zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 fanden umfangreiche Pilotprojekte statt. Später erhielten mehrere Unternehmen Sendelizenzen für den Aufbau eines bundesweiten DVB-H-Netzes.
Am 30. Mai 2008 startete schließlich offiziell das mobile Fernsehen über DVB-H in Deutschland. Betreiber war die Plattform Mobile 3.0, an der unter anderem Media Broadcast, die Mobilfunkunternehmen sowie verschiedene Fernsehveranstalter beteiligt waren.
Zum Programm gehörten unter anderem:
Warum scheiterte DVB-H?
Bereits wenige Jahre nach dem Start zeigte sich, dass sich das mobile Fernsehen anders entwickelte als ursprünglich erwartet.
Mit dem Erscheinen moderner Smartphones – insbesondere nach der Einführung des iPhones im Jahr 2007 und der rasanten Verbreitung von Android-Geräten – änderte sich das Nutzungsverhalten grundlegend. Immer mehr Zuschauer wollten Inhalte nicht mehr nach einem festen Programm empfangen, sondern jederzeit individuell abrufen.
Gleichzeitig wurden die Mobilfunknetze mit UMTS, HSPA und später LTE immer leistungsfähiger. Streamingdienste und Mediatheken machten einen speziellen Rundfunkstandard zunehmend überflüssig.
Da nur wenige Mobiltelefone mit DVB-H-Empfängern ausgestattet waren und kaum Kunden bereit waren, zusätzliche Geräte zu kaufen, blieb die Zahl der Nutzer weit hinter den Erwartungen zurück.
Das Ende von DVB-H
Bereits im Jahr 2010 wurde der kommerzielle Betrieb von DVB-H in Deutschland wieder eingestellt. Auch in vielen anderen europäischen Ländern endeten die Projekte nach kurzer Zeit.
Heute gilt DVB-H als technologisch interessantes, seiner Zeit jedoch wirtschaftlich nicht erfolgreiches System. Viele der entwickelten Verfahren – insbesondere stromsparende Empfangstechniken und effiziente Videokompression – flossen später in andere Übertragungsstandards ein.
Nachfolger
Die Rolle von DVB-H wurde heute weitgehend durch moderne IP-basierte Übertragungstechniken übernommen. Fernsehen auf Smartphones erfolgt inzwischen überwiegend über:
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | DVB-H |
| Langname | Digital Video Broadcasting – Handheld |
| Standardisierung | ETSI EN 302 304 (2004) |
| Übertragungsweg | Terrestrisch |
| Grundlage | DVB-T |
| Videokompression | H.264 / MPEG-4 AVC |
| Besonderheiten | Time Slicing, MPE-FEC, geringer Stromverbrauch |
| Empfang | Mobiltelefone, PDAs, tragbare Fernseher |
| Regelbetrieb in Deutschland | 2008 bis 2010 |
| Status heute | nicht mehr im kommerziellen Einsatz |
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