Installation
einer Satanlage hinter einer Fensterscheibe
Vorwort:
Wer jetzt eine Satellitenschüssel aufstellen will, steht natürlich vor der Frage,
ob er das Projekt auch durchführen kann. Wer ein Grundstück mit
Häuschen besitzt, der dürfte keine Probleme haben. Nur wer zur
Miete wohnt, ist auf die Gnade des Vermieters angewiesen. Zwar
gibt es hier unzählige gerichtliche Urteile [ Recht auf Satempfang ], doch nicht jeder hat einen
guten Vermieter oder gar einen Balkon, wo er eine
"unsichtbare" Satschüssel aufstellen kann. Nun taucht die
Frage auf: Ist es möglich eine Satantenne im Wohnzimmer
aufzustellen und zwar direkt hinter einer Fensterscheibe? Dies hat
nicht jeder und ist für viele Besucher bestimmt ein "Hinkucker".
Hier nun die in der Praxis getestete Antwort auf die
Frage.
Auf
die Richtung kommt es an:
Eine gute Satellitenanlage gibt es bereits im Komplettpaket mit allen Installationskomponenten und einem analogen/digitalen Receiver.
Was aber nützt dies, wenn man nicht das richtige Fenster am
richtigen Ort hat. Grundsätzlich muss das gewünschte Fenster zum
Süden zeigen. Bäume oder andere Hindernisse dürfen nicht
unmittelbar vor dem Fenster stehen. Gardinen und Rollos sind fehl
am Platz.
Das
Fensterglas:
Einfaches klares durchsichtiges Fensterglas ist ideal. Mittlerweile
gibt es aber fast nur noch Fenster mit einer Doppelverglasung.
Diese gehen nach unseren praktischen Test auch, dürfen aber
nicht mit zu vielen "Fenstersprossen" ( meist in Form von
Quadraten) behaftet sein. Die Sprossen dienen nur zu
optischen Verschönerung der Fenster, bringen aber nur
Empfangsverluste. Beschichtetes oder gar strukturiertes Glas geht
nicht.
Die
Antennengröße:
Für den Satempfang hinter Fensterglas gilt folgende
Antennengröße:
- Analogempfang Astra 19,2°
Ost in Deutschland = mind. 50 cm (Einfachglas), 60 cm
(Doppelverglasung)
- Analogempfang Hotbird 13°
Ost in Deutschland = mind. 70 cm (Einfachglas), 80 cm
(Doppelverglasung)
- Digitalempfang Astra
19,2° Ost in Deutschland = mind. 70 cm (Einfachglas), 80 cm
(Doppelverglasung)
- Digitalempfang Hotbird
13° Ost in Deutschland = mind. 85 cm (Einfachglas), 100 cm
(Doppelverglasung)
Die
Installation:
Beim Aufbau der Satanlage würde ich zum Einrichten zunächst
generell einen Analogreceiver nutzen. Das Einrichten mit einem
Digitalreceiver kann Nerven kosten- besonders für Anfänger.
Dabei muss das Fenster geöffnet werden. Die Antenne möglichst in
der unteren Hälfte des Fensters installieren. Dabei sollte Sie fest
z.B. an einen [ Balkonständer ] angeschraubt werden. Bei
unseren Test habe ich ein Universal LNB mit 0,3dB von Invacom
genutzt.
Praxistest:
In der Praxis konnte ich mit einer 80 cm Satschüssel alle
Analogprogramme von Astra und Hotbird empfangen. Auch der
Digitalempfang auf beiden Satelliten war möglich. Bei Hotbird
schwankte der Pegel zwischen 68 und 95 Prozent. Mein
"Testfenster" war doppelt verglast und mit 3
Fenstersprossen
versehen. Bei Einsetzenden Regen ging der Pegel bei Hotbird
auf 35 Prozent herunter. Die TV Sender auf dem Widebeam vielen aus.
Sobald es sehr stark regnete und die Wassertropfen die Glasscheibe
bedeckten, war absolut kein Empfang mehr möglich. Zur gleichen Zeit
brachte meine 75 cm Satschüssel, die Außen montiert war, noch ein
paar brauchbare Bilder.
Ergebnis:
Der Satempfang hinter
Fensterglas ist möglich. Je größer die Satschüssel ist, desto
besser ist der Empfang. Ob solch eine Anlage zur Verschönerung der
Wohnung dient, ist natürlich eine andere Frage.
Nachtrag:
LNB mit
0,3dB von Invacom, 85cm Spiegel, Astra-Digitalempfang 19,2°, Dachfenster
der Firma Velux mit so genannter
5-Star-Verglasung. Festerabmaße: ca 120cm x 100cm, Fenster nach SSW
ausgerichtet.
Bei geöffneten Fenster ist der Empfang bei gutem Signal möglich.
Bereits bei nicht ganz geschlossenem Fenster bricht das Signal total
zusammen. Ein Empfang ist so nicht möglich. Ich führe das auf eine
mögliche Metallbeschichtung der Fensterscheibe(n) zurück (Artikel:
K. Schulze).
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