| Objekt | Höhe | Azimut |
|---|---|---|
| ☀ Sonne | ↑ 05:20 | ↓ 21:04 |
| ☿ Merkur | 3,0°🟢 | 62,9° |
| ♀ Venus | -32,8°⚫ | 10,0° |
| ♂ Mars | 23,5°🟢 | 81,9° |
| ♃ Jupiter | -6,8°⚫ | 46,1° |
| ♄ Saturn | 40,2°🟢 | 157,3° |
| ♅ Uranus | 31,5°🟢 | 95,2° |
| ♆ Neptun | 39,0°🟢 | 170,8° |
| Band | Day | Night |
|---|---|---|
| 80m – 40m | Fair | Good |
| 30m – 20m | Good | Good |
| 17m – 15m | Good | Good |
| 12m – 10m | Fair | Poor |
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LW (Langwelle)

Langwelle (LW) – Die Geschichte des Radios mit besonders großer Reichweite
Die Langwelle (LW), international als Long Wave (LW) oder technisch als Teil des LF-Bandes (Low Frequency) bezeichnet, gehört zu den ältesten genutzten Frequenzbereichen der Funktechnik.
Über viele Jahrzehnte spielte die Langwelle eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Rundfunkprogrammen, Zeitzeichensignalen und speziellen Funkdiensten. Aufgrund ihrer besonderen Ausbreitungseigenschaften konnten Langwellensender sehr große Gebiete zuverlässig versorgen.
Heute ist die Langwelle im klassischen Rundfunk nahezu verschwunden. Viele ehemalige Großsender wurden abgeschaltet und die dazugehörigen Sendeanlagen abgebaut. Trotzdem bleibt die Langwelle ein bedeutender Abschnitt in der Geschichte der Funk- und Rundfunktechnik.
Die Entstehung der Langwellentechnik
Die ersten Funkexperimente zu Beginn des 20. Jahrhunderts nutzten vor allem lange Wellenlängen. Zu dieser Zeit ging man davon aus, dass sich besonders lange Radiowellen am besten für weite Entfernungen eignen.
Mit der Entwicklung leistungsfähiger Sender und Empfangsgeräte wurde die Langwelle schnell für die drahtlose Kommunikation interessant. Besonders die Schifffahrt, militärische Einrichtungen und später auch Rundfunkanstalten nutzten diesen Frequenzbereich.
Die gute Ausbreitung über große Entfernungen machte die Langwelle zu einem wichtigen Medium, bevor leistungsfähige Mittel- und Kurzwellenanlagen sowie später UKW entwickelt wurden.
Chronik der Langwelle
1900–1920:
Die ersten Langwellensender entstehen. Die Technik wird hauptsächlich für
Funkverbindungen, Nachrichtenübertragung und den Seefunk eingesetzt.
1920er Jahre:
Mit dem Beginn des Rundfunks werden erste Langwellensender für die
Programmversorgung aufgebaut. Langwelle eignet sich besonders für große
Versorgungsgebiete.
1930er bis 1950er Jahre:
Die Langwelle gehört neben der Mittelwelle zu den wichtigsten
Rundfunkübertragungswegen. Große Senderanlagen entstehen in vielen europäischen
Ländern.
1950er bis 1980er Jahre:
Die Langwelle wird vor allem für nationale Rundfunkprogramme genutzt. Viele
Länder betreiben leistungsstarke Sender mit mehreren hundert Kilowatt
Sendeleistung.
1990er Jahre:
Mit dem Aufkommen von UKW, Satellitenradio und später digitalen Medien beginnt
der Bedeutungsverlust der Langwelle.
Ab 2000:
Viele europäische Rundfunkanstalten reduzieren ihre Langwellensendungen oder
stellen sie vollständig ein.
Ab 2010:
Die Abschaltung zahlreicher großer Langwellensender setzt sich fort. Digitale
Alternativen wie DAB+, Internet und Satellit übernehmen zunehmend die Versorgung.
Technische Besonderheiten der Langwelle
Die Langwelle arbeitet im Frequenzbereich unterhalb von 300 kHz. Der klassische Rundfunkbereich liegt ungefähr zwischen 148,5 kHz und 283,5 kHz.
Die großen Wellenlängen ermöglichen besondere Ausbreitungseigenschaften:
- sehr große Reichweiten
- gute Versorgung auch über große Entfernungen
- geringe Beeinflussung durch Gelände und Gebäude
- zuverlässige Ausbreitung auch bei schwierigen Bedingungen
Anders als bei UKW breitet sich die Langwelle nicht nur entlang der Erdoberfläche aus, sondern kann sich auch an der Erdoberfläche entlang ausbreiten. Dadurch sind große Reichweiten mit wenigen Sendern möglich.
Warum wurde die Langwelle weniger wichtig?
Trotz ihrer großen Reichweite hatte die Langwelle auch Nachteile:
- geringe verfügbare Bandbreite
- begrenzte Tonqualität bei analoger Übertragung
- große und energieintensive Sendeanlagen
- hohe Wartungs- und Betriebskosten
Mit der Einführung von UKW konnten Radioprogramme deutlich besser und störungsfreier übertragen werden. Später kamen DAB+, Satellitenradio und Internetradio hinzu.
Bekannte Langwellensender
In Europa gab es zahlreiche bekannte Langwellensender, darunter:
- Deutschlandfunk auf 153 kHz (Donebach/Seehof)
- BBC Radio 4 auf 198 kHz (Großbritannien)
- France Inter auf 162 kHz (Frankreich)
- RTL Radio auf 234 kHz (Luxemburg)
- verschiedene Zeitzeichensender und Informationsdienste
Viele dieser Sender waren über Jahrzehnte feste Bestandteile der Radiolandschaft.
Der Abriss der großen Langwellensender
Nach der Abschaltung vieler Programme wurden zahlreiche große Sendeanlagen zurückgebaut. Besonders auffällig waren die hohen Sendemasten, die häufig ganze Regionen geprägt hatten.
Viele Langwellensender benötigten spezielle Antennenanlagen mit sehr hohen Masten oder umfangreichen Drahtantennen. Nach der Stilllegung waren diese Anlagen technisch und wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll zu betreiben.
Ein Beispiel ist der ehemalige Deutschlandfunk-Langwellensender Donebach in Baden-Württemberg. Die markanten Sendemasten wurden nach der endgültigen Abschaltung zurückgebaut und verschwanden damit aus dem Landschaftsbild.
Langwelle heute
Der klassische Langwellenrundfunk spielt in Europa heute nur noch eine sehr kleine Rolle. Viele bekannte Sender wurden abgeschaltet.
Die Langwelle wird jedoch weiterhin für einige spezielle Anwendungen genutzt:
- Zeitzeichensender (z. B. Frequenz- und Zeitsignale)
- spezielle Navigations- und Informationsdienste
- Forschungsanwendungen
- historische Funkprojekte
Auch Funkamateure und Technikinteressierte beschäftigen sich weiterhin mit diesem Frequenzbereich.
Digitale Zukunft der Langwelle
Mit DRM (Digital Radio Mondiale) wurde ein digitales System entwickelt, das auch für Langwelle geeignet ist. Damit wären bessere Klangqualität und zusätzliche Informationen möglich gewesen.
Eine breite Einführung von DRM auf Langwelle konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Die meisten Rundfunkanbieter setzen heute auf DAB+, Internet oder Satellit.
Fazit
Die Langwelle war über viele Jahrzehnte ein wichtiger Bestandteil der Rundfunkgeschichte. Sie ermöglichte eine zuverlässige Versorgung großer Gebiete und war besonders in Zeiten ohne moderne Kommunikationsmittel von großer Bedeutung.
Heute ist die Langwelle aus dem Alltag fast verschwunden. Die großen Sender und Masten sind größtenteils Geschichte. Trotzdem bleibt sie ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Funktechnik über große Entfernungen Menschen miteinander verbinden konnte.