| Objekt | Höhe | Azimut |
|---|---|---|
| ☀ Sonne | ↑ 05:26 | ↓ 20:58 |
| ☿ Merkur | 58,0°🟢 | 193,0° |
| ♀ Venus | 23,0°🟢 | 115,6° |
| ♂ Mars | 51,0°🟢 | 237,9° |
| ♃ Jupiter | 56,5°🟢 | 158,6° |
| ♄ Saturn | -4,3°⚫ | 281,8° |
| ♅ Uranus | 38,7°🟢 | 254,8° |
| ♆ Neptun | -12,9°⚫ | 288,0° |
| Band | Day | Night |
|---|---|---|
| 80m – 40m | Fair | Good |
| 30m – 20m | Good | Good |
| 17m – 15m | Good | Good |
| 12m – 10m | Fair | Poor |
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Multistream und PLS – moderne Satellitenübertragung
Was ist Multistream?
Multistream ist eine moderne Übertragungstechnik für Satellitensignale, bei der mehrere unabhängige Datenströme innerhalb eines einzigen DVB-S2- oder DVB-S2X-Signals übertragen werden können.
Während bei klassischen Satellitenübertragungen meist ein einzelner Transportstrom (TS – Transport Stream) pro Transponder übertragen wird, können mit Multistream mehrere getrennte Datenpakete innerhalb eines Signals zusammengefasst werden.
Diese Technik wird hauptsächlich für professionelle Anwendungen eingesetzt, beispielsweise für:
Für den normalen Satellitenzuschauer war Multistream lange Zeit unsichtbar, da handelsübliche Receiver diese Signale nicht verarbeiten konnten. Erst moderne Linux-Receiver und spezielle Satellitenempfänger ermöglichen heute den Empfang.
Entwicklung mit DVB-S2
Multistream wurde mit der Einführung von DVB-S2 möglich. Der DVB-S2-Standard wurde ursprünglich als Nachfolger von DVB-S entwickelt und brachte eine deutlich höhere Effizienz durch bessere Fehlerkorrektur und neue Modulationsverfahren.
DVB-S2 ermöglicht neben klassischen Transportströmen auch sogenannte:
Bei Multistream werden mehrere unabhängige Datenströme über einen Satellitentransponder übertragen. Jeder Datenstrom kann dabei eine eigene Kennung besitzen und separat empfangen werden.
Was bedeutet PLS?
PLS steht für Physical Layer Scrambling und ist eine zusätzliche Schutz- und Identifikationsebene innerhalb von DVB-S2.
Mit PLS können Satellitenbetreiber bestimmte Datenströme innerhalb eines DVB-S2-Signals gezielt kennzeichnen oder vor unbeabsichtigtem Empfang schützen.
Ein Receiver benötigt neben den normalen Empfangsdaten wie:
zusätzlich die korrekten PLS-Parameter.
PLS-Codes: Gold, Root und Combo
Bei PLS gibt es verschiedene Codearten. Die wichtigsten sind:
PLS Gold
Der Gold-Code ist die am häufigsten verwendete Variante bei professionellen Multistream-Signalen.
Ein PLS-Gold-Code besteht aus einer bestimmten Zahlenfolge, die der Receiver benötigt, um den gewünschten Datenstrom innerhalb eines Transponders zu identifizieren.
Viele Satellitenfeeds verwenden beispielsweise:
PLS Root
PLS Root wird hauptsächlich für spezielle professionelle Anwendungen eingesetzt.
Dabei wird der Code direkt aus einer festen Kennung erzeugt. Diese Methode findet sich häufig bei Netzbetreibern und Satellitenzuführungen.
PLS Combo
PLS Combo kombiniert Eigenschaften verschiedener Verfahren und kann bei speziellen Netzarchitekturen verwendet werden.
Diese Variante kommt jedoch deutlich seltener zum Einsatz als Gold oder Root.
Multistream auf 5° West – Eutelsat 5 West
Eine der bekanntesten Satellitenpositionen für Multistream ist 5° West.
Auf dieser Position werden über den Satelliten Eutelsat 5 West B zahlreiche professionelle DVB-S2-Multistream-Signale übertragen.
Besonders bekannt ist die Position bei Satelliten-Enthusiasten, weil dort viele französische Programmpakete sowie professionelle Zuführungen empfangbar sind.
Die Position 5° West wurde unter DXern besonders beliebt, weil dort zahlreiche Signale mit folgenden Eigenschaften zu finden sind:
Ein bekanntes Beispiel sind die französischen terrestrischen TV-Zuführungen. Die Signale werden über Satellit zu zahlreichen Sendeanlagen verteilt und anschließend über DVB-T/T2 ausgestrahlt.
Empfang von Multistream-Signalen
Für den Empfang reicht ein normaler DVB-S/S2-Receiver meistens nicht aus.
Benötigt werden:
Besonders beliebt bei Hobbyempfängern sind Linux-basierte Receiver mit entsprechender Softwareunterstützung.
Beispiel einer Multistream-Einstellung
| Parameter | Beispiel |
| Satellit | 5° West |
| Standard | DVB-S2 |
| Modulation | 8PSK |
| FEC | 3/4 oder 2/3 |
| PLS Mode | Gold |
| PLS Code | abhängig vom Transponder |
| Stream ID | abhängig vom gewünschten Programm |
Unterschied zwischen normalem DVB-S2 und Multistream
| DVB-S2 | Multistream DVB-S2 |
| Ein Transportstrom pro Signal | Mehrere unabhängige Datenströme möglich |
| Einfacher Empfang | Zusätzliche Parameter notwendig |
| Für Zuschauer gedacht | Vor allem professionelle Nutzung |
| Keine Stream-ID notwendig | Stream-ID und PLS erforderlich |
Die Bedeutung für Satelliten-DXer
Multistream hat den Satellitenempfang für Hobbyanwender deutlich erweitert.
Während früher viele professionelle Signale verborgen blieben, können heute mit geeigneter Technik zahlreiche Feeds entdeckt werden.
Besonders die Position 5° West gilt als eine der interessantesten Positionen für Satelliten-DXer, da dort regelmäßig neue Multistream-Signale auftauchen.
Zukunft von Multistream
Mit DVB-S2X wird die Satellitenübertragung weiterhin effizienter. Multistream wird auch künftig eine wichtige Rolle bei professionellen Übertragungen spielen, insbesondere bei UHD-TV, Rundfunkzuführungen und IP-basierten Satellitendiensten.
Für den normalen Zuschauer bleiben jedoch weiterhin klassische DVB-S2- und DVB-S2X-Angebote die wichtigste Empfangsform.