| Objekt | Höhe | Azimut |
|---|---|---|
| ☀ Sonne | ↑ 05:23 | ↓ 21:01 |
| ☿ Merkur | -7,3°⚫ | 314,9° |
| ♀ Venus | 16,2°🟢 | 255,7° |
| ♂ Mars | -13,1°⚫ | 341,5° |
| ♃ Jupiter | 2,4°🟢 | 298,6° |
| ♄ Saturn | -22,3°⚫ | 51,1° |
| ♅ Uranus | -17,3°⚫ | 357,5° |
| ♆ Neptun | -19,7°⚫ | 62,0° |
| Band | Day | Night |
|---|---|---|
| 80m – 40m | Fair | Good |
| 30m – 20m | Good | Good |
| 17m – 15m | Good | Good |
| 12m – 10m | Fair | Poor |
Unterstütze die SATzentrale – Deine Hilfe macht den Unterschied! Die SATzentrale kostet Dich nichts! Wir, das gesamte Team, investieren viel Zeit und Energie, um Dir ein attraktives Radioprogramm zu bieten und diese Webseite stets aktuell zu halten. Doch diese Arbeit bringt auch finanzielle Aufwände mit sich, die wir aus eigener Tasche tragen. Wenn Du unsere Arbeit schätzt, hast Du nun die Möglichkeit, uns finanziell zu unterstützen. Jeder noch so kleine Beitrag ist eine unschätzbare Hilfe und zeigt uns, dass Du unsere Arbeit anerkennst. Wir danken Dir von Herzen für Deine Unterstützung!
Eine Chronik über Leo Kirchs visionäres Fernsehprojekt (1996–1999)
Als am 28. Juli 1996 die neue Fernsehplattform DF1 – Das Digitale Fernsehen ihren Sendebetrieb aufnahm, begann in Deutschland eine völlig neue Epoche. Während nahezu alle Fernsehzuschauer ihre Programme noch analog über Satellit oder Kabel empfingen, wagte Medienunternehmer Leo Kirch den Schritt in eine digitale Zukunft.
DF1 war dabei kein einzelner Fernsehsender, sondern eine komplette digitale Pay-TV-Plattform. Ziel war es, den Zuschauern eine größere Programmvielfalt, eine bessere Bildqualität und vollkommen neue technische Möglichkeiten anzubieten. Heute erscheinen digitale Fernsehsender selbstverständlich – Mitte der 1990er Jahre war dies jedoch eine technische Revolution.
Bereits Anfang der 1990er Jahre zeichnete sich ab, dass die analoge Fernsehtechnik langfristig an ihre Grenzen stoßen würde. Über einen Satellitentransponder konnten lediglich wenige Programme übertragen werden. Die neue DVB-Technik versprach dagegen erheblich mehr Sender, digitale Bild- und Tonqualität sowie zusätzliche Dienste.
Leo Kirch wollte diesen Wandel nicht abwarten, sondern selbst gestalten. Seine Vision bestand darin, eine vollständig digitale Fernsehwelt aufzubauen, bei der der Zuschauer aus zahlreichen Film-, Sport-, Dokumentations- und Musikkanälen wählen konnte.
Da eine Einigung mit Premiere zunächst scheiterte, entschied sich Kirch zum Aufbau einer eigenen Plattform. Gemeinsam mit BetaResearch entwickelte man das Verschlüsselungssystem BetaCrypt und ließ gleichzeitig hunderttausende digitale Receiver produzieren.
Herzstück von DF1 war die berühmte d-box. Ohne diesen Receiver war der Empfang nicht möglich. Die Box entschlüsselte die verschlüsselten Programme mithilfe einer Smartcard und bot Funktionen, die damals nahezu futuristisch wirkten.
| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| Digitaler Empfang | DVB-S über Astra 19,2° Ost |
| Smartcard | Freischaltung der Pay-TV-Angebote |
| Elektronischer Programmführer | Programmvorschau direkt auf dem Fernseher |
| Mehrkanalton | Digitale Audioqualität |
| Software-Updates | Aktualisierung per Satellit |
| Interaktive Dienste | Grundlage für spätere Zusatzangebote |
DF1 unterschied sich deutlich vom klassischen Fernsehen. Statt weniger Vollprogramme setzte man auf zahlreiche Spartenkanäle, die jeweils ein bestimmtes Thema behandelten.
| Bereich | Programme (Auswahl) |
|---|---|
| Film | Cinema, Action, Comedy, Krimi, Western |
| Sport | DSF Plus, Formel 1, Fußball, Motorsport |
| Kinder | Junior |
| Dokumentation | Discovery Channel, Planet |
| Musik | GoldStar TV, Classica |
| Internationale Sender | BBC Prime, NBC Europe, Bloomberg TV |
| Pay-per-View | Filmpremieren und Sportereignisse |
Besonders innovativ waren die sogenannten Optionskanäle. Während einer Formel-1-Übertragung konnte der Zuschauer beispielsweise zwischen Cockpitkamera, Boxengasse, Streckenübersicht oder internationalem Kommentar wählen.
Viele dieser Funktionen gehören heute zum Standard jedes Fernsehempfangs. Mitte der 1990er Jahre waren sie jedoch eine kleine Sensation.
Trotz modernster Technik entwickelte sich DF1 wirtschaftlich schwieriger als erwartet.
Viele Haushalte verfügten bereits über funktionierende analoge Satellitenanlagen und sahen keinen Grund, mehrere hundert D-Mark für einen digitalen Receiver auszugeben. Hinzu kamen monatliche Abonnementkosten für Programme, während zahlreiche Sender kostenlos empfangbar waren.
Auch die Inhalte überzeugten nicht immer alle Zuschauer. Zwar bot DF1 viele Spartenkanäle, doch fehlten anfangs bekannte Vollprogramme und exklusive Inhalte, die einen schnellen Umstieg gerechtfertigt hätten.
1999 kam schließlich die entscheidende Wende. Die Kirch-Gruppe übernahm Premiere vollständig und entschied sich, beide Plattformen zusammenzuführen.
Am 1. Oktober 1999 verschwand die Marke DF1 offiziell. Die Programme gingen in Premiere World auf. Viele Sender behielten zunächst ihre Inhalte, erhielten jedoch neue Namen oder wurden vollständig integriert.
Obwohl DF1 wirtschaftlich kein Erfolg wurde, beeinflusste das Projekt die Fernsehlandschaft nachhaltig. Praktisch alle technischen Grundlagen des heutigen digitalen Fernsehens wurden bereits Mitte der 1990er Jahre bei DF1 eingeführt oder erprobt.
Die d-box gilt heute als Kultobjekt unter Sammlern, während zahlreiche ehemalige DF1-Kanäle später in Premiere und schließlich Sky Deutschland aufgingen.
Rückblickend war DF1 weniger ein gescheitertes Unternehmen als vielmehr ein Projekt, das seiner Zeit mehrere Jahre voraus war. Viele Ideen, die damals kaum jemand verstand, gehören heute ganz selbstverständlich zum Alltag jedes Fernsehzuschauers.