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📍 Jiuquan Satellite Launch Center, People's Republic of China
🗓 20.09.2026 06:03

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Sportkanal & Eurosport – Die Geschichte des europäischen Sportfernsehens

Sportkanal & Eurosport

Die Geschichte des europäischen Sportfernsehens über Satellit

Sportfernsehen aus der Satelliten-Pionierzeit
Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre entstanden in Europa zwei bedeutende paneuropäische Sportsender: der bereits seit den 1980er Jahren bestehende Screensport/Sportkanal und Eurosport. Beide konkurrierten um Zuschauer, Sportrechte und Satellitenkapazitäten. 1993 endete diese Konkurrenz durch die Zusammenlegung der beiden Sender.

Der Sportkanal

Historisches Sportkanal-Logo Historisches Logo des Sportkanals

Der Ursprung des später in Deutschland als Sportkanal bekannten Senders liegt bei Screensport. Der kommerzielle paneuropäische Sportsender nahm bereits im März 1984 seinen Betrieb auf.

In der Anfangszeit erfolgte die Verbreitung vor allem über Satelliten-Zuführungen zu Kabelnetzen. Mit dem Start der Astra-Satelliten änderte sich die Situation grundlegend: Sportsender konnten nun direkt von privaten Satellitenhaushalten empfangen werden.

Ab 1989 war das Programm auch über Astra verfügbar und wurde mehrsprachig ausgestrahlt. Zu den Sprachversionen gehörten Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch.

Der Sportkanal über Astra

Für viele deutsche Satellitenzuschauer wurde der Sender damit zu einem festen Bestandteil der damaligen TV-Landschaft. Besonders interessant war die unverschlüsselte PAL-Ausstrahlung über Astra 1A auf 19,2° Ost.

Merkmal Historische Angabe
Name Sportkanal / Screensport
Programmbereich Sport
Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch
Satellit Astra 1A
Position 19,2° Ost
Historische Frequenz 11,214 GHz
Polarisation Horizontal
Übertragung PAL, unverschlüsselt

Historische Empfangsdaten. Frequenzen und technische Parameter beziehen sich ausschließlich auf die damalige Satellitenverbreitung.

Das Programm des Sportkanals

Der Sportkanal setzte stark auf Live-Sport und internationale Sportereignisse. Während am Wochenende teilweise rund um die Uhr gesendet wurde, lag die reguläre Sendezeit unter der Woche typischerweise etwa zwischen morgens und den frühen Morgenstunden.

Sportart Beispiele
Fußball Internationale Ligen und Wettbewerbe
Basketball NBA und weitere Wettbewerbe
American Football US-Sport
Baseball MLB
Eishockey NHL und internationale Wettbewerbe
Tennis Internationale Turniere
Boxen Internationale Boxveranstaltungen
Snooker Internationale Turniere

Eurosport – der zweite große Sportsender

Historisches Eurosport-Logo Historisches Eurosport-Logo

Am 5. Februar 1989 startete Eurosport als paneuropäischer Fernsehsender auf dem Astra-Satellitensystem. Das Projekt entstand im Umfeld der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und Sky.

Damit entstand neben Screensport ein zweiter großer paneuropäischer Sportsender. Beide Sender verfolgten ein ähnliches Grundprinzip: Sportprogramme für Zuschauer in mehreren europäischen Ländern über einen gemeinsamen Satellitenkanal bereitzustellen.

Die technische Entwicklung des Satellitenfernsehens war für diese Entwicklung entscheidend. Mit Astra konnten die Programme direkt in den Haushalten empfangen werden, während gleichzeitig Kabelnetze als weiterer Verbreitungsweg dienten.

Sportkanal gegen Eurosport

Ende der 1980er Jahre konkurrierten Screensport und Eurosport nicht nur um Zuschauer, sondern auch um attraktive Sportübertragungen und die Zusammenarbeit mit europäischen Fernsehanstalten.

Die Europäische Kommission befasste sich bereits 1989 mit den Wettbewerbsbedingungen rund um das Eurosport-Konsortium. In einer Entscheidung vom Februar 1991 wurden Vereinbarungen zwischen dem Eurosport-Konsortium und Sky aus wettbewerbsrechtlicher Sicht beanstandet.

Historischer Hintergrund:
Die Konkurrenz der beiden Sportsender war damit nicht nur eine Frage des Programms. Auch die Verteilung von Sportrechten und die Beteiligung verschiedener europäischer Rundfunkanstalten spielten eine wichtige Rolle.

Die Fusion von 1993

Anfang der 1990er Jahre wurde die Konkurrenzsituation zunehmend schwieriger. Gleichzeitig entstand mit dem am 1. Januar 1993 gestarteten DSF ein weiterer deutscher Sportsender.

Am 13. Januar 1993 wurde schließlich die Zusammenlegung von Sportkanal und Eurosport vereinbart. Das gemeinsame Programm wurde unter dem Namen Eurosport – The European Sports Network weitergeführt.

13. Januar 1993
Fusion von Sportkanal und Eurosport. Damit endete die eigenständige Geschichte des Sportkanals.

Der Sportkanal sollte ursprünglich bereits Ende Februar 1993 eingestellt werden. Tatsächlich blieb das Signal über Astra 1A noch bis zum Ablauf des 5. März 1993 bestehen. Am Morgen des 6. März 1993 wurde der Satellitenplatz vom neu gestarteten RTL II übernommen.

Chronik

März 1984

Screensport nimmt als kommerzieller paneuropäischer Sportsender seinen Betrieb auf.

Februar 1989

Start des Astra-Satellitensystems. Eurosport nimmt am 5. Februar 1989 den Sendebetrieb auf.

März 1989

Screensport wird ebenfalls über Astra für Satellitenhaushalte direkt empfangbar.

1991

Die europäische Wettbewerbspolitik beschäftigt sich mit der Struktur des Eurosport-Konsortiums und den Vereinbarungen mit Sky.

1992

Eurosport überträgt unter anderem die Olympischen Winterspiele.

1. Januar 1993

Das Deutsche Sportfernsehen (DSF) startet in Deutschland.

13. Januar 1993

Sportkanal und Eurosport werden zusammengeführt.

5. März 1993

Letzter Sendetag des Sportkanals über Astra 1A.

6. März 1993

RTL II übernimmt den bisherigen Astra-Sendeplatz.

Historischer Satellitenempfang

Für Satellitenfreunde ist die Empfangsgeschichte besonders interessant. Der Sportkanal war über Astra 1A auf 19,2° Ost mit einem analogen PAL-Signal zu empfangen.

Weitere Verbreitung

Die französische Version TV Sport wurde außerdem über Eutelsat II-F1 auf 13° Ost verbreitet. Als historische Empfangsangabe wird dafür 12.584 GHz vertikal genannt.

Eurosport nach der Fusion

Mit der Fusion verschwand der Name Sportkanal aus dem Satellitenprogramm. Eurosport blieb dagegen als eigenständige Marke bestehen und entwickelte sich in den folgenden Jahren weiter.

Das Programm wurde zunehmend durch ein breites Spektrum an Sportarten geprägt. Neben den klassischen großen Mannschaftssportarten gehörten insbesondere Radsport, Tennis, Wintersport, Motorsport, Leichtathletik und zahlreiche weitere internationale Wettbewerbe zum Programm.

Mit der Digitalisierung veränderte sich auch die Verbreitung. Aus dem klassischen analogen Satellitenkanal wurde ein Bestandteil einer zunehmend digitalen TV- und Streaminglandschaft.

Eurosport 2

Mit Eurosport 2 entstand später ein zusätzlicher Sportsender, der das Angebot um weitere Liveübertragungen und Sportarten ergänzte.

Vom Satellitenkanal zum digitalen Sportangebot

Die Geschichte von Eurosport zeigt damit exemplarisch den Wandel des Fernsehens: von analogen PAL-Signalen auf Satelliten-Transpondern über digitales Satellitenfernsehen bis hin zu Streamingangeboten.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Europäische Kommission / EUR-Lex: Entscheidung 91/130/EWG zum Eurosport-Konsortium
  • Historische Angaben zum Sportkanal und dessen Satellitenverbreitung
  • Historische Satelliten- und TV-Programmzeitschriften
  • Eigene Empfangsberichte und Archivmaterial

Hinweis: Historische Frequenz- und Sendedaten können je nach Quelle und Betrachtungszeitraum voneinander abweichen. Die Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die jeweilige historische Empfangssituation und sind nicht als aktuelle Satellitenparameter zu verstehen.

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21.09.2026 SATzentrale ©
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